Rückblick – Was ich vermissen werde.

Es war der 13. Juli 2015, ein regnerischer Montag. Das Beste, aufregendste, verrückteste und spannendste Jahr meines Lebens begann mit einer Zugfahrt zum Frankfurter Flughafen. Am Dienstagabend war ich fast 48 Stunden am Stück auf den Beinen gewesen und als mein Koffer endlich aus dem Flugzeug kam durchquerte ich die Schiebetür, die mich nach Australien führte. Zunächst war ich verwirrt, die Gastfamilie wirkte nett und Rita zeigte uns in den ersten Tagen die Umgebung von Adelaide. Da ich eine Woche Schulferien hatte wurde mir nach dem Sightseeingprogramm etwas langweilig, also wurde ich Mitglied im Fitnessstudio.

An meinem zweiten Schultag schrieb ich auf meinem Blog: „Nach meinen ersten zwei Tagen in der Schule weiß ich: Ich werde ein tolles Jahr haben!“ Damit lag ich scheinbar richtig, denn besonders die Schule mit ihrem einzigartigen Konzept und den tollen Leuten hat mir geholfen, hier Freunde zu finden und mich einzuleben. Mit der Outbacktour im Oktober ging es dann richtig los: Mit der „lifechanging“ group ging es in das rote Zentrum Australiens, das echte Australien. Ohne diese Landschaft mit eigenen Augen gesehen zu haben ist es wirklich unvorstellbar und ich hatte eine der besten Wochen meines Aufenthalts und vermisse immer noch die Abende unter den Sternen am Lagerfeuer und die endlosen Busfahrten am Tag. Man kann sich die Größe von Uluru nicht vorstellen, ohne ihn selbst gesehen zu haben.

In der Schule war ich im ganzen ersten Semester ab und zu ein wenig verwirrt, ich wusste oft nicht so richtig, was gerade passierte und gewöhnte mich noch an das self-directed learning. Dort gab es die International Science Fair, bei der ich Besucher aus der ganzen Welt kennenlernte. In meiner damaligen Gastfamilie habe ich mich nie zu 100% eingelebt gehabt, daher bereiteten wir den Gastfamilienwechsel langsam vor. Im November reiste ich mit der Schule in den Südosten des Bundesstaates, um dort Höhlen zu erkunden. Hier lernte ich Bastien erstmals richtig kennen und bekam ein Stück Australien zu sehen. Nach der Rückkehr hatte ich in der Schule nur noch ein Ferienprogramm, in dieser Zeit war auch mein erster Geburtstag ohne meine Familie und im Sommer. Dieser war gut, in Hahndorf haben wir etwas Deutsches gegessen. Kurz darauf starteten schon die großen Ferien, welche für mich mit einer Kangaroo Island Tour begannen. Auf dieser Reise lernte ich eine Insel kennen, die jede vorstellbare Art von Landschaft von der Wüste bis zum Strand auf kleinstmöglicher Fläche bietet.

Am Tag nach meiner Rückkehr war es so weit: Ich wechselte zu Klara. Bevor ich überhaupt den Koffer auspacken konnte ging es schon wieder los, am Tag nach dem ich am Strand bei bewölktem Himmel krebsroten Sonnenbrand bekommen hatte. Über Melbourne ging es in die Tropen, nach Cairns im Norden Queenslands. Hier bekam ich ein anderes Stück Australiens zu sehen, nämlich den Regenwald und das Great Barrier Reef. Bei dieser Reise habe ich wieder unglaubliche Erfahrungen gesammelt und hatte auch die Chance, tauchen zu gehen und das Riff mit der Unterwasserwelt mit eigenen Augen zu sehen und Meeresschildkröten zu „streicheln“.

Weihnachten sollte laut 99% der Koordinatoren in Deutschland die schwerste Zeit und der Tiefpunkt des Auslandsjahres sein, da hier das Heimweh am schlimmsten sein sollte. Das war bei mir aber überhaupt nicht der Fall, ganz im Gegenteil: Unsere drei Weihnachtsfeste bei verschiedensten Freunden waren wirklich gut und Weihnachten im Sommer ist wirklich toll. Ein weiteres Highlight war der Kurztrip an den Murray River, wo ich in drei Tagen lernte, Wasserski zu fahren.

Nach einem Silvesterabend mit Klara am Strand stand ich schon wieder am Flughafen und wartete auf den Empfang meiner Großeltern zu warten. Rita holte uns vom Flughafen ab und eine Erkundungstour rund um Adelaide ging los. Nach einer Woche mit Ausflügen nach Victor Harbour, ins McLarren Vale und nach Hahndorf ging es los mit unserer großen Australienreise, welche mit dem Flug nach Sydney so richtig los ging. Die für viele wahrscheinlich als Touristenattraktion Nummer 1 geltende Stadt hat wirklich viel zu bieten, vom Opernhaus bis zu den Blue Mountains. Hier hatten wir außerdem ein ganz besonderes Erlebnis: Der Hubschrauberrundflug über die Stadt, der ein echtes Highlight war. In den Lindt Cafés gab es immer wieder tolle Desserts und wir aßen abends immer in sehr schönen Restaurants, um Energie zum Sightseeing am nächsten Tag aufzunehmen.

Nach einer Woche in Sydney ging es weiter nach Brisbane, wo wir mit den Bekannten meiner Großeltern zusammen Ausflüge nach Byron Bay und in die Stadt machten. Hier machte ich auch den Bridge Climb auf der Story Bridge. Als nächstes ging es nach Melbourne, wo wir zusammen die Stadt erkundeten und auch auf der wohl schönsten und berühmtesten Straße Australiens fuhren: Der Great Ocean Road. Am Australia Day erlebten wir außerdem den Nationalfeiertag, bei dem den ganzen Tag gefeiert wurde. Hier gab es an unserem letzten Abend auch ein Abschiedsfeuerwerk, anschließend ging es auch schon zurück nach Adelaide. Dort hatten wir noch zwei regnerische Tage, bevor ich mich von Oma und Opa verabschiedete. In dieser Zeit zeigte Klara uns noch den Scott Creek Conversation Park mit seinen unzähligen Koalas und Kängurus.

Zwei Tage später war ich schon wieder unterwegs, einen Tag vor dem Schulbeginn fuhr ich mit Klara zum Jetski fahren an den Murray River. Am nächsten Tag hatte ich wieder neue Schulfächer, die es zu entdecken galt. Von der Schule aus gab es auch eine Exkursion nach Hallet Cove, ansonsten hatte ich jetzt erstmal drei Monate normal Schule. In dieser Zeit kam Utah aus Japan an und zog für drei Wochen ein.

Im März war es endlich so weit, ich sah meine Eltern und Geschwister wieder! Bei ihrem Besuch in Adelaide bereisten wir die Umgebung der Stadt und Kangaroo Island, es war wirklich schön das alles nochmal zu sehen. Ich führte sie auch in der Schule herum, wovon alle sehr begeistert waren. Ich denke dass es wichtig ist, der eigenen Familie die Umgebung, in der man ein Jahr lebt, nahezubringen und ihnen alles zu zeigen.
Nach nur einer weiteren Schulwoche ging die nächste Reise los, ein fünftägiger Trip nach Woomera. Hier forschten wir über die Verteilung von Pflanzen und sammelten viele Daten. In Olympic Dam nahmen wir bei der Rettung einheimischer Tiere im Arid Recovery Project teil. Die Hitze hier im Outback war unerträglich, trotzdem war es eine tolle Erfahrung.

Nach den Ferien, welche ich in Adelaide verbrachte, begann mein letzter Term in der Schule. In dieser Zeit kam Kavin an, um fünf Wochen hier zu leben, morgen fliegt er wieder zurück. Auch mein Koffer ist schon halb gepackt und ich habe nur noch wenige Tage übrig. Ich kann  selbst kaum glauben, dass bereits ein Jahr vergangen ist und werde dieses Erlebnis bestimmt nie vergessen. Und nach 140 Blogbeiträgen, die einmal zu einem Buch werden werden, gibt es auch ein tolles Souvenir.

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3 Gedanken zu “Rückblick – Was ich vermissen werde.

  1. Bevor ich nun kommentiere, was für mich einmalig war und was ich nie wieder machen werde, möchte ich dir meine Gefühle über die ersten Eindrücke in Adelaide mitteilen. Das Größte und Wichtigste für mich war: Du warst glücklich und zufrieden mit deiner Gastmutter Klara. Nach dem Abflug nach Sydney wusste ich, dass du und Klara durch Rita nicht nur eine Betreuung habt, sondern eine Stahlstütze mit Leutturmqualität.
    Nun zu den Besonderheiten, was ich nie gemacht oder gesehen habe und nie wieder tun werde, weil es kein zweites Mal gibt.
    Speedboatfahrt mit dem Kenntnisstand meiner Krankenbaustellen. Blue Montains – Überquerung von einer Schlucht mit Wasserfall. Eisenbahnfahrt mit 50 % Steigung. In Freiheit lebende Kängurus und Koalas sehen. Zu Fuß über die Harbour Bridge gehen. Eine Schulbesichtigung bei der ASMS. Ohne Englischkenntnis habe ich gespürt, dass ich ein gern gesehener Gastopa war.

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  2. Hallo Jonas, es war eine wunderbar Zeit für mich, Deinen Aufenthalt in Australien, mit zu erleben. Danke Dir von ganzem Herzen. Erika

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  3. Hallo Jonas,wir kennen uns ja nicht so gut aber Opa und Oma haben uns immer von Dir erzählt. Wir haben mit sehr viel Interesse Deine tollen Berichte gelesen.Du hattest eine gut Zeit in Australien aber Katja und Lars sind glücklich Dich wieder zu haben.liebe Grüße aus Gütersloh von Doris Rehpöhler

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